Kassier das! Du Mensch!

Ist es nicht einfach ein wenig überholt noch an einer Kasse sitzen zu müssen um einer Arbeit nachzugehen, die hochgradig gesundheitsgefährdend ist? Ich meine, was soll das denn, dass Menschen wie Maschinen hinter einer Maschine sitzen und mechanische Abläufe verinnerlichen müssen, die denen eben jener Maschine immer ähnlicher werden. Die Maschine die Sie doch eigentlich zu bedienen haben. Kein Wunder das die bediensteten Menschen von den Maschinen bedient sind. Die Frage die auf dem Fließband steht ist doch, wer bedient wen? Die Kassiererin den Kunden, oder die Maschine die Kassiererin? Oder gar die Kunden die Maschine, die sie in der Kassiererin sehen.

Sollen wir dabei zusehen und zuhören wie Menschen die hinter uns in der Schlange stehen, nichts besseres zu tun haben, als sich darüber aufzuregen, dass ES nicht schnell genug geht. Die Transformation, die die Kassiererin zur Maschine verwandelt. Oder sollen wir anfangen dem etwas entgegen zu setzen? Sind wir diejenigen die eine Gesellschaft anstreben, in der jeder auch sich selbst verwirklichen kann, ohne sich einem Zwang unterwerfen zu müssen. Oder sind wir diejenigen die eine Uniform anziehen werden, weil wir zu viel Angst in uns tragen um wirklich frei zu sein. Dürfen wir, oder sollen wir etwas?

Ich will gar nicht ganz genau darauf eingehen wie gesundheitsschädlich dieses ewige verdrehen des Rückens und auch des Verstandes, für die davon Betroffenen eigentlich ist. Ich möchte aber zum nachdenken anregen, darüber das es sich bei dieser Sitzposition und auch Art und Weise der Arbeit um ein Relikt aus längst vergangenen Tagen handelt. Wie lieb gewonnen haben wir eigentlich diese ganzen, den Menschen nachhaltig schädigenden Verhaltensweisen, wenn sie nur schön andere treffen? Wie sehr pflegen wir den Sadisten in uns, das wir nicht erkennen können, dass es doch gar nicht nötig ist, so schwer und hart zu arbeiten, wenn endlich Ideen aus einem besseren Motiv entwickelt würden. Geboren aus einer Kultur der Empathie, des Mitfühlens.

Jede Kultur bekommt schließlich das als Entwicklung präsentiert, was sie in den Herzen und Köpfen ihren Menschen durchlebt. Und wenn ich diese Arbeitsplätze sehe, dann kann kein Schein und sei er auch noch so schön bedruckt, darüber hinwegtäuschen, das wir unsere Kreativität nicht auf diese Bereiche projezieren wollten. Allenfalls Destruktivität ist für uns kreative Passion. Es wird zerstört was nie weiter entwickelt wurde und fällt mit jedem Tag in der Zeit ohne Kultur, weit in düstere Kapitel zurück. Das Denken, ohne Maschine zu werden.

Es ist heute nur noch eine Frage des Geldes. Niemand wünscht sich einen Beruf der krank macht. Wir sind in unserer Kultur so verkrüppelt wie die Äste einer alten Eiche. Nur das die Eiche in der Lage ist, wieder Blätter zu tragen, sobald der Winter vorbei ist. Menschen haben Zeiten erlebt in denen es hiess jetzt würde alles besser und nichts geschah. Zeit wurde investiert in neue Destruktivität, wie immer. Aber ist es nicht bemerkenswert das wir in einer Schlange an der Kasse stehen und wo wir uns doch so fremd sind, erzeugen wir Wärme. Und diese Wärme steigt in uns nicht als Liebe auf, sondern als ein Ärgernis weil die Kassiererin da vorne zu langsam macht.

Zu viel redet, zu viel von dem ist von dem, wie soll man das sagen? Ja: „Mensch ist“. Und überhaupt, wenn sie Mensch sein wollen, die Kassierer, dann können sie ja auch zu Hause bleiben. Dort werden sie dann ja schon sehen was sie davon haben. Werden sie halt zu den Harztern gesteckt. Die haben schließlich nicht so tolle Gene, die sind da nämlich Schuld dran, das wir keine Lust haben, für diejenigen kreativ zu werden. Niederes Gesindel.

ps.
Soll das ewig so bleiben?