Willensklau im fabelhaften System

Es ist nicht der Glauben, der die Nächstenliebe Jesus in den Dreck zieht, sondern in mancherlei Hinsicht die Kirchen, so sehen es einige. Vermutlich habe auch ich mich bisher missverständlich ausgedrückt. Wenn ich heute von „Glauben“ schreibe, dann meine ich stets denjenigen der einem höheren Wesen huldigt. „Reicht es nicht wenn ein Garten wunderschön ist, müssen darin auch noch Elfen fliegen?“ Glauben als solches, also klein geschrieben am Anfang, ist eng verknüpft mit Hoffnung und dagegen wende ich gar nichts ein.

Meine Ansicht ist die, dass das glauben (klein geschrieben) an eine Sache mit Sicherheit wichtig ist, denn nur so kann Wissen erschlossen werden. Aber für mich ist glauben zu müssen ein schrecklicher Zustand, der nur vor dem Wissen kommt, das Wissen aber ist es was ich Stück um Stück erschließen möchte. Meine Zielstellung hört nicht da auf, wo ich mich zusammen mit anderen in einen Saal einfinde um dafür zu beten das ich stets das richtige von meinem Leben erwarten darf. In derselben Zeit hätte ich schließlich auch einem Nächsten helfen können. Doch die Zeit schenke ich, wem genau? Darum gehts.

Und das mit Sicherheit passt einigen recht Gläubigen nicht, denn es wird auch sie vor entscheidende Fragen stellen, sollten sie mit ihren eigenen Aussagen konfrontiert werden. Niemals darf es meiner Meinung nach dabei bleiben, sich mit dem glauben an vermeintlich verbotenem Wissen zufrieden zu geben. Für mich ist es so das in der Kirche und da insbesondere in den in Richtung Fundamentalismus abgleitenden Religionen -einige würden wohl auch sagen: Extremismus- der Verstand stumpf gemacht wird. Meine Meinung aber ist, der scharfe Verstand ist die wichtigste Errungenschaft einer aufgeklärten Gesellschaft. Müssen wir doch nur Glauben, weil wir wissen, das wir das Wissen von uns weisen müssen, um weiter daran glauben zu können, das dieses Wissen böse ist.

Es ist keine Frage von Henne und ein Ei. Es ist einfach eine Frage der Werte die sich mit Sicherheit nicht an eine Konfession koppeln. Das hingegen würde einigen Konfessionen aber sicher gut gefallen… Christen die mir mit Jesus kommen und mir seine Argumente entgegen halten, wie ein Schutzschild ihres Anführers, das sie nach ihrem Glauben vor bösen atheistischen demokratischen Sozialisten schützt, die nehme ich ernst. Die erwarten zurecht von mir das ich darüber nachdenke, ob ich nicht doch ungerecht bin, wenn ich Glauben anprangere. Doch ich möchte ihnen sagen; sie argumentieren ja nicht mit einem höheren Wesen, sondern mit einer Person die es auch nach historischen Überlieferungen gegeben hat, wenn sie sich auf Jesus berufen. Mir Gott zu präsentieren, also ein fabelhaftes Wesen, was da oben rumsitzt ein Pfeiffchen schmaucht und die Geschicke der Welt lenkt, das erscheint auch einigen von ihnen ein wenig vermessen, in einer Diskussion mit mir. Warum ist das so, diese Frage müssen sie sich ehrlich selbst beantworten.

Und nicht die Personen glorifizieren die Christen! Nein, sie wissen doch ganz genau das die Werte gelebt werden müssen und das dazu kein Heiland welcher Konfession auch immer er sein möge tauglich ist. Es gibt doch unter Gläubigen auch zwei Gruppen das kann man meiner Meinung nach so sagen. Die einen die an die Nächstenliebe glauben und die anderen die ein höheres Wesen für ihr eigenes Handeln verantwortlich machen. Ich möchte einfach dafür werben nicht nur zu glauben, sondern aktiv zu werden und damit dem zweitgenannten keinen Raum zu geben. Den Glauben an ein höheres Wesen aufzugeben, denn das macht hier nichts besser. Ein Zimmermann aber, der zimmert einen Stuhl auf dem eine gebrechliche Person sitzen kann. Ich verstehe die meisten Christen nicht und Gott ist für mich eine Fantasiefigur die nur nütlzlich dazu ist, nichts erwarten zu dürfen, im Hier und Jetzt.

Etwas persönlicher nur für euch Leser. Meine Lebensgefährtin hat von ihrer Mutter mal eine Kinderbibel geschenkt bekommen und die Kleine liebte Fantasiegeschichten. Märchen, alles was dazu gehört. Sie nahm also dieses Buch und die Mutter wollte ihr einen tiefen Glauben vermitteln, so wie sie es sich vorstellte und damit vom Kind gewünscht hätte. Doch nachdem das kleine Kind das Buch gelesen hatte, ist die Mutter die die Grünen damals toll fand, aber die CDU gewählt hat, weil sie der Meinung war -die wohl auch heute noch generationsübergreifend Bestand hat, das passt schon irgendwie zusammen, sie sind sich doch irgendwo ähnlich- um eine Antwort auf die Frage verlegen gewesen. War Gott wirklich soo böse? Warum geht man in die Kirche um um Vergebung zu bitten? Sie hätte das doch niemals gemacht, was die Jesus angetan haben.

Aber sie mochte die Fantasiefiguren die vom cover lächelten. Wenn ich groß bin, wird sie gedacht haben, werde ich mich der Biologie widmen, denn ich will mehr über das Leben erfahren. Ganz verkehrt lag sie damit rückblickend betrachtet nicht. Auch wenn ich das nicht unbedingt an einem Beruf festmachen wollte. Ich messe Leute auch nicht über ihren beruflichen Status, doch das ist noch ein anderes Thema.