Weg in die Faulheit

die Linke hat er nicht einmal ignoriert.
-der Scholz

Das muss anstrengend sein, könnte ich mir vorstellen. In etwa so wie absichtlich faul sein zu wollen. Hat das schon mal jemand von euch versucht, absichtlich faul zu sein? Das ist gar nicht so leicht, das kann ich sagen. Das fängt ja schon Morgens an, der Wecker klingelt und durch seine Penetranz genervt, aktiviert man erst einen Muskel, dann den nächsten, bis man so viele Muskeln aktiviert hat, dass man die Augen kaum noch zuhalten kann.

Sollte man zu diesem Zeitpunkt versucht sein seine Augen doch noch geschlossen zu halten, dann wird das anstrengend. Also das Gegenteil von anstrengungslosem Wohlstand, denn man liegt ja schließlich noch im wohlig warmen Bett. Wohlschlaf ist auch nicht mehr drin, dafür ist man zu gefrustet. Das ist ein schäbiges Gefühl, welches zum Beispiel mit einer Kündigung einherging, kommt auch bei der Kündigung des Schlafes durch den Wecker wieder, nur in abgeschwächter Form und bleibt trotzdem ziemlich unangenehm. Konzentriert man sich also wieder auf die aktive Faulheit, wird es aber schon wieder anstrengend. Mist.

Gut, ist man also nicht mehr entspannt genug liegen zu bleiben, anstrengungslosen Wohlstand zu genießen gibt es auch nur in bestimmten politischen Sphären und „wir“ aktiven Faulen können nicht mehr ignorieren, was wir nicht mal ignorieren würden, wenn wir davon profitieren könnten. Andere machen den Haushalt, nur für Haushalte mit unkündbarem Personal, aus Politik und Wirtschaft. Zwingt sich Mensch aber diese Gedanken zu unterdrücken, wird es schon wieder anstrengend. Puh.

Dagegen könnte eventuell ein Kaffee helfen, der macht sich aber nicht von alleine. Die Frage wie man sich bewegen können soll, wenn man nicht einmal den Kalorienbedarf adäquat gedeckt bekommt, durch eine ganz leicht übersehbare, kaum nennenswerte Lücke im Gesetz zu Hartz IV, die eine schwere Mangelernährung eines vermeintlich darauf angewiesenen Kriminellen Namens „Arbeitsloser“ garantiert. Was einen schönen Kontrast bildet, zum garantierten Arbeitsplatz und Einkommen, die gibts nämlich nicht.

Doch genug von der Kunst! Zurück zu den harten morgendlichen Fakten… Es folgt, oder sollte folgen, der Gang zur Toilette. Jetzt ist man schon wieder in der Zwickmühle der anvisierten, angestrebten Faulheit. Ist es nun fauler den Kaffee zuerst zu machen? Oder fauler erst auf die Toilette zu gehen? Diese widerstreitenden Gedanken wachsen sich zu einem anstrengenden Diskurs aus, der in anderen Bereichen durchaus bezahlt würde. Schließlich ist Mensch geneigt auch seine Scheiße abzulassen und damit ein erhabenes Gefühl zu erzeugen. Ganz alleine auf dem Thron aus weißem Keramik, statt in adretter Runde in gelacktem Outfit, weiss man zu überzeugen. Doch faul ist der Mensch deswegen noch lange nicht. Konzentration!

Nachdem man sich also entschied zuerst die Verhandlung als Monarch seiner eigenen kleinen Welt zu begehen, blieb festzustellen, dass es eine sehr harte war. Gleich dem Brot bei den Tafeln, die für die menschlichen Restbestände aufmunternde Abwürdigungen enthalten. In Form von braunen Bananen zum Beispiel. Diese harte Verhandlung hat in der Tat Energie gekostet, macht somit wieder Punkte Abzug auf dem Weg in die Faulheit. Wie also Boden wett machen? Mh.. Schwierig.

In der Küche angekommen kreisen die Gedanken schon wieder um die gutmeinende Leistung des Sachbearbeiters von Gestern, der freundlich genug war für mich zu erkennen, dass es wohl keine Arbeit, wohl aber doch Sanktionen geben könnte. Für Deutschland und so. Das man den Banken Milliarden gab um dieses … ach, schon wieder diese anstrengenden Gedanken.

Dieser Wiederstreit, diese grundsätzlich entgegengesetzten Meinungen, es ist nicht zum aushalten. Wie leicht wäre es eine Partei zu sein? Etwas zu sagen und es doch nicht meinen zu müssen. Das würde diese anstrengenden Gedanken auf Eis legen. Aber iss man ja nicht. Doll.

Geht es also weiter Kaffee zubereiten. Dafür schon wieder einen Denkvorgang einleiten. Muskeln aktivieren. Logische Abläufe, wie die, fǘr die man mal bezahlt wurde ausführen und dann warten. Warten. Aber ohne Gedanken? Das geht auch wieder nicht so einfach. Kaffee Automat. Automat. Ja der Arbeitsplatz wurde auch automatisiert, der Mensch ist dafür nicht mehr erforderlich. Vielleicht kommt noch ein kleiner Krieg hier her, dann kann man auch wieder Menschen für den Wiederaufbau gebrauchen.

Doch bis dahin, muss der Kriminelle, also der Arbeitslose mit dem wenigen Geld auskommen. Und mal ehrlich wer wollte bestreiten, dass der Automat einfach besser ist, in dem was er da macht? Also hat der Arbeitslose zurecht keine Zähne mehr im Mund, die er dem Chef zeigen könnte. Auf der Felge zu kauen ist in etwa so wie Mitglied einer Gewerkschaft zu sein, die Euqal Pay verhindert. Es wird zwar rot, beim Biss in hartes Brot, doch selbst lebt man schlecht. Muss man nicht, man kann auch ohne Dach über dem Kopf noch schlechter leben, wenn es einem nicht passt. Das ist klar, das Angebot steht ja im SGBII.

Die SPD würde sagen, „gut das haben wir jetzt nicht richtig vermittelt“ und ich würde mir denken (..) wo war ich doch gleich noch.. Achja wie also faul sein, wenn diese Gedanken mich schon wieder plagen? Andere werden fürs Denken bezahlt. Ich nicht. Ungerecht? Nicht doch. Ich bekomme ja was ich verdiene, dafür dass ich in dieser Zeit leben darf, in dieser BRD gar, auf die andere einen alleinigen Anspruch anmelden.

Das ich mal etwas erschaffen habe, wo jetzt andere Leute friedlich ihren Schlaf der Gerechten schlafen, das hatte ich schon fast vergessen müssen. Oh der Kaffee ist fertig. Schon wieder Anstrengung. Es muss sich doch ein Weg finden, das faul sein so konsequent zu ignorieren, sodass man wirklich faul wird. Für diese Zeilen eine Bezahlung zu erwarten, wie käme ich dazu? Sollen doch alle anderen auch mal erfahren wie schwer es ist faul zu sein.