Konkurrenz soll nicht denken

die Wissenschaft von der ich so überaus überhaupt nichts verstehen darf, scheint mit aktiven Gedankenträgern weniger gut klar zu kommen. Wie sonst ist es zu erklären, dass dem in diesem link zu findenden Zweifel am akademischen Konkurrenzbetrieb, einer oberflächlichen Betrachtung eines um seinen Zierrat gebrachten Zitationsvergessers und Verteidiger geistigen Eigentums -innerhalb seiner politischen Vorstellung- nachrang eingeräumt wird? Vielleicht bin ich auch nur out of vogue. Oder ungebildet genug, um es nicht zu verstehen.

Das setzen einer Marke scheint in einer Marktwirtschaft wie der unseren über jeden Zweifel erhaben. So ist es derjenige, der von sich behauptet, das Wissen von Generationen und so vielen für seine Begriffe „richtigen Büchern“ innerhalb dieser kurzen Zeitspanne die wir als Menschen auf der Erde verbringen dürfen verinnerlicht zu haben, der sich nicht darum schert ob der Wahrheitsgehalt seiner Meinung statt zu- auch abgenommen haben könnte.

In dem Masse in dem der Bekanntheitsgrad desjenigen wächst, der sich an der Ansicht anderer, vermeintlicher und „realer“ Vordenker bediente, unabhängig davon ob diese mit ihren Gedanken auch richtig lagen -nur passten sie in das eigene Gedankengebäude- wächst auch die Autorität als anerkannter Verwerter. Vielleicht sogar „Veredeler“. Das Ergebnis wäre ein autoritärer Veredeler. Dem zu unterwerfen sich diejenigen haben, die nicht die Fähigkeit mitbrachten, oder auch die Voraussetzungen nicht erfülten, eine auf hohem Niveau der anerkannt publizierenden Meinungsmaschinerie gestaltete Meinung zu produzieren, die innerhalb dieser kapitalistischen Logik auf Zuspruch stoßen würde.

Die kapitalistische Logik in der die Autorität, Nachfolger der Sympathie als Bezahlung auf dem Weg zu klingender Münze der erste Wert ist, den das Individuum auf dem Weg zu geistigem Eigentum schaffen muss, sie bringt Meinungsmonarchen hervor. Die unabhängig davon ob sie auch einer kritischen Betrachtung standhalten würden, hätten sie nicht den Anspruch an die vorhandene Meinung mitgebracht von „den Besten“ gelernt zu haben, keine Knappen zu Königen dulden können. Oder ihnen auch nur den Weg ebnen wollten, denn dafür würde eigene Autorität abnehmen und die ist der erste Schritt und im Weiteren die Basis für einen sicheren Stand in der Erhaltung der gängigen Produktion.

Ob es zu diesem frühen Stadium schon ausgesprochen wird, was das System bereit halten mag, hängt von der längerfristigen Planung ab. Mit Sicherheit schauen schlaue Köpfe in die Zukunft und wissen sich ihren Platz einzurichten. Ausgegrenzt werden diejenigen die nicht den Titel, nicht die Sprache, nicht das Zeugnis, nicht den Namen tragen, oder auch nicht tragen wollen, weil sie nichts dazu geben, als die Ansicht anderer über sich. Doch was zählt das schon? Für denjenigen der mit dem Leid anderer produziert, eine Menge. Sarkasten und Sadisten profitieren sehr von der Selbstleugnung anderer wie sie es nennen. Das sie diesen Zustand produzieren, ist nicht wichtig genug um darüber nachzudenken. Oder einfach zu gefährlich? Was würde verloren gehen?

Diese ganze Autoritätsmaschinerie, die doch nur dazu geeignet ist, Wasser auf die Mühlen derer zu leiten, die kein Interesse daran haben etwas infrage zu stellen, was sie doch so schön profitieren lässt, ist ein einziger zweifelhafter Zustand. Das gilt nicht nur für den akademischen Betrieb. Es ist meiner Meinung nach nicht von größter Bedeutung ob jemand ausweisen kann, das er das „richtige arbeiten“ im akademischen Konkurrenzbetrieb beherrscht, wenn er es nicht schafft die Gedanken nachvollziehbar auch für Menschen außerhalb seines Anspruchs, seiner Vorstellung von Intelligenz, nachzudenken.

Doch genau das nimmt dem Produzenten eines „geistigen Eigentums“, -welches die sichere Formel für das verhindern von Fortschrittlichkeit ist- die erforderliche Zitation ab. Die Zitation als Kniefall vor Autoritäten, die erschaffen wurde von einem Konkurrenzbetrieb innerhalb dieser nivellierten Welt, die sich nach außen hin abgeschlossen gibt. Gleich ihren Büchern mit ihrem „geistigen Eigentum“, dessen Verwendung bei Nichtnennung zu Strafe führt. Es ist das(!) Zeichen dafür, dass Zweifel eine untergeordnete Rolle spielen. Denn es würde stets das Kapital anzweifeln, sollte die Grundlage des Falschen, nicht die Auswirkung, in den Blick geraten.