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Prediger im Dienste

Es gibt Tage an denen ich wirklich drauf und dran bin zu verzweifeln und das Handtuch vor die Füße Gottes, des großen und imaginären Helfers derjenigen unter uns Lämmchen, die jeden Anstand zu verlieren drohen zu werfen. Gestern war einer dieser Tage an denen mich verfolgt, was ich über meine kultivierte Paranoia nicht abschütteln kann.

Gott und seine Wanderprediger.

Mein Ziel war ein Geschäft, das habe ich auch bekommen, nur der Wortsinn war ein wenig verdreht. Aber von vorne.

Es war an einem sonnigen Gestern. Die Luft war ansehnlich von Stickstoff geschwängert und eine Smogglocke hing vom Himmel herab, wie die verkohlte Lunge eines ketten rauchenden Gottes. Ich ahnte schon das heute ein besonders erhellender Tag werden würde und da sah ich ihn. Strahlend wie ein Leben nach dem Fallout, erblühte diese Erscheinung vor dem Werbeplakat des Ladens der nach allerlei Eskapaden und dreisten Lohnschwänzungen, nun einen Mindestlohn von 10 Euro fordert und jetzt deswegen demnächst unbedingt geschlossen die LINKE wählen wird müssen.

Das breite Lächeln legte der Sonne Farbe gleiche Zähne frei, die von Liberalen unserer Zeit als sehr individuelle Freiheit interpretiert, von mir jedoch nur als mangelnde Kohle für die Zuzahlung eingeordnet werden könnten. Ob dies der Fall ist, auf die eine oder andere Art, sei jetzt mal dahingestellt. Denn wenn ich das richtig verstanden habe, wird sogar das Betteln um Almosen noch auf den Regelsatz sanktioniert.

Die goldfarbene Dose mit einem nicht zu klein geratenen Einwurfschlitz, reckte er mir entgegen mit den Worten: Hast du vielleicht einen Cent? Oh ja. Ich hätte gewarnt sein müssen, hätte ich doch nur die Gravur zweier Engel sofort erkannt, die ihre Flugbahn auf diese Tasse verlegt hatten. Statt im Himmel zu sein und da zu tun, was auch immer Engel tun würden. Nachdem ich ihm also etwas von dem geben wollte, was die Gesellschaft gerade noch vertreten kann, mir selbst zum überleben zu geben, hörte ich die zischenden Worte eines ergebenen Dieners von: „ihr wisst schon wem“.

Satan läge in Ketten und würde die Welt bedrohen. Soweit klar, ich kann also tatsächlich nicht der Antichrist sein. Und er würde nur auf den Tag warten, an dem er sich über die Erde erheben kann um sein Werk zu verrichten. Diese Worte kamen so eindringlich herüber, das ich ihm abnahm, dass er wirklich glaubte, was er da sagte. Hätte er noch ein wenig mehr seiner Horror-Fiktionen ausgelebt, wäre ich schnell in den Laden gelaufen, um mir noch schnell was zum schreiben zu holen. Doch stattdessen lenkte er sein von Thesen geschwängertes Verbalfeuer auf meine Person.

Leute „wie ich“, Schäfchen in Gottes Herde, würden dafür sorgen das ER keine Macht hätte über die Menschen und er würde bei mir einen Heiligenschein sehen. Ich fühlte mich ertappt. Wir alle lügen doch mal, oder nicht? Und besonders Spaß macht es, wenn man damit Leute auflaufen lassen kann, die Unwahrheiten über einen selbst verbreiten. Das nenne ich göttlichen Spaß. Doch so meinte er das gar nicht. Er führte weiter aus. Ich würde in den Himmel kommen. Ufff…

Das geht gar nicht. Ich komme nicht in den Himmel. Das habe ich ihm auch gesagt. Doch dann schoss er mich mit einer Litanei von mit tiefem Glauben geweihter Worte nieder. Der Pabst sagte er, der ist in Berlin und die Merkel die ist auch in Berlin und ich bin oben im Kirchturm und sehe auf die Menschen hernieder. Doch was interessiert mich, was die in Berlin treiben? Ich bin bei euch allen. Und wenn der Atom ausläuft und so weiter.. Ich kann es ehrlich gesagt nicht mal mehr so genau wiedergeben.

Ich gab ihm die Hand und wünschte ihm alles Gute. Das ich aber für Geld in „seinen Himmel“ kommen könnte, das hätte mir nun echt Angst machen können. Denn war es nicht so, das diejenigen die ihre Seele verkauften, in die Hölle kamen? Ich habe ihm, der mich angrinste, zehn Cent gegeben, nicht „Gott“ und nicht seinem „Diener“. Nur um das hier an dieser Stelle hoch offziell noch einmal klar zu stellen.

Es bleibt für mich die Frage:
Ist also der Himmel die Hölle? Oder leben wir schon in der Hölle und bomben uns in den Himmel, der unter der Hölle ist? Dann sind „wir“ ja auf einem besonders guten Weg. Ich bleibe dabei, der Mensch solllte niemandem dienen, nur um sein Gewissen abwerfen zu können. Es gibt so viele, viel zu viele Leute, die anderen enorm schaden, danach in die Kirche gehen und meinen alles wäre wieder gut. Doch nichts, gar nichts, ist gut. Ein Mensch ermordert den anderen. Das war keine göttliche Eingebung, wenn ein Projektil ein G3 verlässt und in ein Weichziel eindringt. Egal wo auf der Welt es stattfand.

Man habe ich schon wieder eine Laune. Aber Danke, das es „ihn“ nicht gibt, sonst würde ich glauben das „Killerspiele“ gefährlich sind, weil sie so echt aussehen. Ich würde glauben, das es gerecht ist wenn sehr wenige die Verteilungsfrage unter sich auskungeln. Ich würde glauben, das es richtig ist Krieg zu führen, im Namen der Freiheit, die Schätze zu erbeuten. Ich würde das Lügengerüst so hoch türmen das es den Berg Sinai überstiege. Und wenn mich dabei einer erwischt würde ich sagen, das hat „er“ mir doch befohlen.

Und doch bleibt der Eindruck eines netten Menschen, der mir seine Geschichte erzählte. Er opfert sich auf für seine Idee und trotzt der Armut auf seine Weise. Doch Wege in den Himmel sind immer mit der Frage verbunden: Wer geht überhaupt mit? Denn es ist eine politische Frage. Das hat auch er nicht bezweifelt, oder?

Sehr gute Aktion!

http://17mai.blogsport.de/

Für den 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, ruft das vor allem aus SchülerInnen bestehende „Bündnis 17. Mai“ zu einer Demonstration in Köln auf.

„Gegen Homophobie und Fundamentalismus – Solidarität mit David Berger!“ lautet das Thema des Aufzugs, der um 16:00 Uhr auf dem Hauptbahnhofsvorplatz beginnt.

Anfang Mai wurde dem bekennenden schwulem Gymnasiallehrer David Berger die Lehrerlaubnis für das Fach Religion durch Kardinal Joachim Meisner entzogen. „Unser Demonstrationszug wird deshalb auch am Dienstsitz von Kardinal Meissner in der Marzellenstraße vorbeiziehen“, erklärt Anna Schmitz (17), eine Sprecherin des Bündnis. Von dort aus zieht der Demonstrationszug, zu dem das Bündnis mehrere hundert TeilnehmerInnen erwartet, weiter über den Hansaring, zum Friesenplatz und von dort aus über den Appellhofplatz zurück zum Bahnhofsvorplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird.

weiterlesen unter folgendem link:

http://www.scharf-links.de/47.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=16206&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=3ef8cbde04

bitte unterstützt diese Aktion und macht sie bekannter.

nicht alles gefallen lassen

Keine Denkverbote wenns nicht um den eigenen Hintern geht…

Denn wenn dem so wäre, würden wir auch über allerlei noch von der Mehrheit der Menschen als ziemlich suspekt und befremdlich empfundenes Treiben zu tolerieren haben. Wer eine pauschale Aussage trifft, über eine für ihn fremde Gruppe, derer er nicht mal in abgehängter Peripherie angehören könnte, selbst wenn sich die Mehrheit unter ihnen einen Adels- oder Doktortitel leisten könnte, muss sich auch berechtigte Fragen danach gefallen lassen, wie es um sein eigenes Demokratieveständnis bestellt ist.

Dieselbe anfremdelnde Gruppe verweist auf das parlamentarische System in dem Vertreter aller Gruppen/Parteien gleichberechtigt an einem Tisch sitzen sollten. Das dem nicht so ist, wissen manche Politiker die eine Kontrolle ausüben sollen, aber in ihrem Recht daran gehindert werden, nur zu gut. Das mit jedem Quäntchen mehr an Unwissenheit, ein ganzes Paket mehr an Lügen geschnürt wird, ist dabei sicher nicht unbeabsichtigt. Die geistig moralische Wende mit Bananen von den Tafeln, dem Rest für den Rest, möchte man Holzhammermässig durchsetzen und damit auch noch das letzte Stückchen Mitsprache in Absprache stellen.

Dafür bemüht man die Medien, wenngleich auch ein Körnchen Wahrheit dahinter stecken mag, so ist es insgesamt doch eher zu bezweifeln das DIE LINKE keine Rolle mehr spielen wird. Natürlich möchte die eine oder andere undemokratisch angehauchte Partei, mit ihren eigenen Humanressourcen (so nennen sie Arbeiter und Erwerbslose auch in ihren eigenen Reihen) innerhalb derjenigen Partei die noch am ehesten einen starken Kontrastpunkt zu setzen in der Lage ist Streit auslösen und Dissenz erzeugen.

Das wiederum gelingt am ehesten mit Personalquerelen. Ein offenes Geheimnis. Das Quäntchen Warheit ist: die Personaldiskussionen kosten Kraft und Zeit. Vielleicht, oder nein ganz sicher sogar gibt es zu jeder Zeit mit jeder Führung einer Partei auch immer eine bessere. Irgendwo immer. Aber das Wesentliche die Inhalte! die lösen sich nicht auf. Die haben Bestand, noch lange über rotierende Personaltableaus hinaus. Deshalb ist es mehr als vermessen einer Partei die bei der letzen Bundestagswahl bei knapp 12% gelegen hat, zu attestieren sie würde nicht mehr gebraucht.

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Endlich ist DIE LINKE in der komfortablen Situation sich die Inhalte nachhaltig zu definieren und muss sich keinem grünen Diktat beugen. Denn das anbiedern bleibt der SPD überlassen. Auch das die FDP einen so drastischen Absturz hingelegt hat, könnte eine Chance sein enttäuschte liberale ohne Hang zum Nationalismus zu überzeugen, das links sein Freiheit bedeuten kann. Freiheit auch für Unternehmer. Doch anders als die SPD wird sich die LINKE auch nicht an die FDP anbiedern. Und das ist richtig so.

Denn Freiheit darf nicht zulasten anderer Menschen gehen. Halten wir fest, die FDP kommt kaum noch rein in den Bundestag (auch wenn Umfragen seltenst Wahrheitsanspruch haben.) Und DIE LINKE liegt immer noch (trotz Fukushima un den „NEUEN“ Grünen/Bündnis90 . (die ohne 100% Sanktionen und Hundekotwegschaufeln… oder gibts die gar nicht…? konstant über 7%)

Genau deshalb wird das Denunziantentum auch immer unerträglicher. Nicht zuletzt die Bildzeitung ist sich da für jeden hässlichen Schabernack nicht zu Schade. Das sterbende Raubtier (Kapitalismus) will mitnehmen was es noch in die Finger bekommt. Und genau deshalb brauchen wir überzeugte Sozialisten, einen echten NEW-Deal kann es nur unter sozialen Vorzeichen geben. Ohne Soziales – keine Ökologie. Das und diese Reihenfolge, sie ist dankenswerter weise in der LINKEN zu Hause.

Wollen wir hoffen das sie auch in Niedersachsen noch einmal zuzulegen in der Lage ist. Denn im September sind Kommunalwahlen. Hoffentlich nutzt die LINKE die Zeit um sich selbst noch einmal zu stärken. Indem sie sich auf die Inhalte kozentriert. Nicht auf Personaldebatten. Es gibt viele gute Gründe die LINKEN zu wählen. Besonders als Erwerbsloser und das ändert sich keinesfalls nur weil es herbeigeschrieben wird. Denn glücklicherweise können die Bebilderten Zeitungen nicht im Programm anderer Parteien rumschmieren. Frohes Fest noch!

Lesetipp

ich lese zur Zeit das Buch von David Berger – Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche. Das möchte ich nur jedem wärmstens empfehlen. Eine lehrreiche Lektüre für das Wochenende. Es ist schon denk- und merkwürdig wie diejenigen die wirklich Sinn stiften würden, kalt abgestoßen werden von einem Gebäude das Menschen im Namen des Glaubens gefangen nimmt. Menschen Wärme zu schenken liegt sicher nicht denjenigen die sich für unfehlbar halten.

Frohe Ostern

ich wünsche euch allen Frohe Ostern. Auch wenn der Sinn hinter Ostern hinterfragt gehört ändert es aber nichts daran das es schöne Tage sein sollen. Wie eigentlich jeder Tag. Leider sind meine nicht immer die besten gewesen in der letzten Zeit. Ich bin etwas dünnhäutig gewesen, was in Anbetracht der Tatsache das ich schon Zeit meines Lebens in einem Bundesland lebe, indem schon als „Extremist“ gilt wer mit roter Bermudashort herumrennt, nicht undebingt angemessen scheint. Da ich ohnehin eine ziemliche Kodderschnute habe, kommt es derweil zu recht eindeutigen Ansagen. Kafkaesk ist da noch gar kein Ausdruck. Whatever. Es gibt nichts zu entschuldigen und ich nehme auch nichts zurück nur an meiner Höflichkeit mangelt es manchmal. Ich möchte nur noch einmal betonen das ich KEIN Parteimitglied der Linken bin. Ich habe meine Meinung. Niemand muss sich ihr unterordnen. Ich will keine geistig moralischen Brecheisen ansetzen. Ich will nur dazu beitragen einen bunteren Diskurs zu führen. Wo ich eingeordnet werde, das überlasse ich euch Lesern. Da mich nicht nur diejenigen die mich nicht ausstehen können lesen, sondern ich auf verschiedenen Seiten auch Solidarität erfahren habe, lasse ich den Kopf nicht hängen und wünsche euch allen auch den Blick nach vorn. Frohes Fest.